Português   English   Français
 
   
 

das haus
begleiter im exil
wir über uns
aktuelles
netzwerk
machen sie mit
ansichtskarten
gästebuch

SUCHE


KONTAKT
mail@casastefanzweig.org


Rua Gonçalves Dias, 34
Petrópolis, Rio de Janeiro
tel: (24) 2245-4316

horário:
sexta a domingo de 11h às 17h

caixa postal 50060
20.050-971
Rio de Janeiro/RJ - Brasil

 
BEGLEITER IM EXIL

Mein Land hat Palmen auf denen die Singdrossel singt ... (Minha terra tem palmeiras onde canta o sabiá...)

Jedes brasilianische Schulkind kennt das Lied des Exils (Canção do Exílio) von Gonçalves Dias – das wiederum an das berühmte Gedicht von Johann Wolfgang Goethe anlehnt, von dem jedes deutsche Schulkind zumindest die zwei ersten Verse aufsagen kann: Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, / Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn... Kurioserweise war es Stefan Zweig nicht weiter aufgefallen, dass die Strasse seines letzten Wohnhauses in Petrópolis nach dem berühmten Dichter des Lieds des Exils benannt war.

Nomen est omen: In dem Haus, wo sich Stefan und Lotte Zweig in ihrer Verzweiflung über die Weltsituation für den Freitod entschieden, soll jetzt eine Gedenkstätte auch an Hunderte von anderen Exilanten der Zeit zwischen 1933 und 1945 erinnern.

Nach Argentinien war Brasilien das Land, in dem die meisten Flüchtlinge aufgenommen wurden. Die genaue Zahl ist unbekannt. Einige Historiker nehmen an, dass zwischen 16 Tausend und 19 Tausend Menschen in diesem Land, das Palmen hat eine neue Heimat suchten. Die CASA STEFAN ZWEIG will sie alle würdigen und ganz besonders jene hervorheben, die in entscheidender Weise zur Entwicklung von Kultur und Wissenschaft beigetragen haben. Im Folgenden eine Liste ohne hierarchische Reihung oder Bewertung, die permanent erweitert werden soll. Jeder Name steht für eine Lebensgeschichte, einen Lebenslauf, multipliziert mit der Zahl der Mitglieder der Familie.

Als unsere spezielle Würdigung an alle diese Exilanten haben wir ein Gedicht des großen deutsch-jüdischen Autors Heinrich Heine (1797-1856) ausgewählt:


Wo wird einst des Wandermüden
Letzte Ruhestätte seyn?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?

Werd ich wo in einer Wüste
Eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh ich an der Küste
Eines Meeres in dem Sand.

Immerhin! Mich wird umgeben
Gotteshimmel, dort wie hier,
Und als Totenlampen schweben
Nachts die Sterne über mir.

in: DHA, Bd. 2